Sonntag
Ein
nicht ganz alltägliches Bild zeigte sich um 12.30 Uhr
auf dem EKZ Parkplatz in Wädenswil. Keine
Geschäftsautos, keine Arbeiter mit Helm und
Arbeitskoffern. Dennoch wimmelt es von Leuten, Taschen ,
Koffern und mitten drin : ein Reisecar. Was das wohl zu
bedeuten hatte, war nicht sehr schwierig zu erraten, die
Jugendmusik Wädenswil startete ins jährliche
Jugendmusiklager.
Vorfreude ,sehr gute Stimmung und etwas Nervosität lagen
in der Luft. Genau die richtige Atmosphäre, um
pünktlich die kurzweilige Fahrt nach Bezau (A) unter die
Räder zu nehmen. Die Ladung an Bord zählte 54 junge
Musikanten, unzählige Instrumente und Gepäck so weit
das Auge reichte.
Doch Langeweile gab es bei uns nicht. Kaum hatte sich der
Chauffeure per Mikrophon gemeldet und allen eine gute
Fahrt gewünscht , dröhnte Musik aus den hinteren
Sitzreihen. Gelächter, Stimmengewirr und gute Laune
machten sich breit. Den Zoll mühelos überquert, alle
Kurven heil überstanden und schon öffneten sich die
Cartüren. Die ganze Bande stürmte auf den großen
Kiesplatz vor dem Lagerhaus. Am liebsten hätten alle
gleich den Fussballrasen, die Tischtennistische, das
Volleyballfeld oder den Basketballkorb eingeweiht, aber
unser Präsident war da anderer Meinung. Zuerst wurden
wir mit den üblichen Regeln bekannt gemacht, bevor es
zur Zimmereinteilung ging. Ich möchte nicht darauf
wetten, ob diese dann auch wirklich so ausgeführt wurde,
wie es auf Spältis Zettel stand. Doch zu guter Letzt
waren alle zufrieden und begannen mit dem Auspacken.
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Viel Zeit zum Plaudern und Erkunden blieb
uns nicht. Die erste Probe stand auf dem Programm. Für
einige, welche das erste Mal ins Lager mitgekommen sind ,
sah das Probelokal nicht sehr alltäglich aus. Unser Aspi
fand sich im Essaal ein und die Jumus bauten kurzerhand
den Seminarraum um. Unser Dirigent ging gleich zur Sache
und gab die Ziele dieser Woche vor. Nicht gerade wenig
hatten die Leiter sich da vorgenommen, doch gaben wir
schon von Anfang an unser Bestes.
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Endlich um 18.00 Uhr, wurden unsere
hungrigen Bäuche mit Spaghetti gefüllt. Alle ließen es
sich schmecken und lobten die gute Küche. Wie hieß es
doch gleich, das Sprichwort... Ein voller Bauch studiert
nicht gern... Davon wurde kaum Notiz genommen. Denn kaum
hatte die erste Aemtligruppe den Küchendienst erledigt,
saßen wir wieder hinter den Notenständern und probten ,
bis uns die Luft fast ausging. Zur Belohnung stand dann
eine Platte mit selbstgebackenem Kuchen bereit.
Um
22.30 Uhr und 23.30 Uhr hätten eigentlich alle Pyjamas
angezogen, Zähne geputzt und Lichter gelöscht sein
müssen. Doch wer kennt das nicht in einem Lager. Wann es
dann endlich ruhig war im gossen Haus, das verrieten
höchstens die kleinen Augen am nächsten Morgen...
Montag
Früh
begann der erste Lagermorgen. Um 8.00 Uhr waren
alle Musikantinnen und Musikanten, inklusive Leiterteam,
beim Frühstück versammelt. Die Auswahl war groß. Bei
Brot, Joghurt, Cornflakes, Milch, Tee oder Kaffee, war
für jeden etwas Gutes dabei. Einige der
Nachtschwärmer hatten noch
Entfaltungsmöglichkeiten, doch dies hielt niemand von
der morgendlichen Probe ab. Es soll ja Leute geben, die
um 9.00 Uhr joggen, oder vor dem PC sitzen, aber
wir Jumus sind so richtig hart, trillern Tonleitern
bis 6 Kreuze, übten das Katzenjammern von Büseli bis
Chatzebüseli , arbeiteten am Gebrüll des Lion Kings und
beeilten uns, dass uns der A Train nicht vor der Nase
wegfuhr. Nach einer kurzen Stärkung mit Tee und Kuchen,
begaben wir uns auch noch ein bißchen auf den Broadway ,
jagten den Pink Panther und schlugen uns mit em
Sänn bim Mälche herum. Froh waren alle, als die
Uhr 11.30 anzeigte und uns hungrig in die Mittagspause
flüchten ließ.
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Da das Wetter heute nicht nach unseren
Regeln spielte, kassierte der Rasen vor dem Haus nur
sehnsüchtige Blicke. Doch für Trübsal blieb keine
Minute. Beim Töggelä vergaß man fast die
Zeit und musste sich beeilen um pünktlich um 13.30 Uhr
wieder im Proberaum zu sitzen. Die Nachmittagsprobe
verging wie im Fluge. Schon roch es im ganzen Haus nach
einem köstlichen Abendessen, auf welches niemand
verzichten wollte.
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Am Abend hätten viele lieber etwas anderes
gemacht, doch nochmals war eine zweistündige Probe
angesagt. Wer von den Leitern aber dachte, nach so vielen
Proben fallen die Musikantenaugen von alleine zu, lag
weit daneben. Munterer als je zuvor plauderte man in den
Zimmern ohne Punkt und Komma weiter. Wie schnell es dann
aber Morgen werden kann, davon können einige ein
Liedchen singen...
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Dienstag
Erschrocken
fuhren einige Aspis und Jumus in ihren Betten zusammen.
Laute Musik dröhnte in die Zimmer und ließ kaum Einen
weiter schlafen. Der Weckdienst war pünktlich, die
Wecker, Natels und das wunderbare Wetter vor den Fenstern
zeigten 7.30 Uhr.
Noch ziemlich schlaftrunken rieb man sich beim anstehen
am großen Zmorgenbuffe die Augen. Die Kaffees wurden
bedenklich stärker, doch schon bald war man wieder fit
und bereit, die nächste Probe auf sich zu nehmen.
Egal ob Dixiland, Rock oder Marsch, jedes Stück wurde in
seine Takte zerlegt. Jeder falsche Ton oder Rhythmus
vernahm der Dirigent, auch wenn dessen Augen noch nicht
viel größer waren als die Unseren. Das dumpfe Brummen
gegen Mittag, stammte nicht aus dem Bassregister oder dem
Schlagzeug. Nein, unsere lehren Bäuche machten sich
bemerkbar und erleichterten das Spielen nicht gerade.
Doch Mario und Domenico hatten ein Einsehen und beendeten
die Morgenprobe ein paar Minuten früher.
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Nach Salat und Riz Casimire fühlten
sich alle wieder prima und genossen die Mittagspause in
der Sonne vor dem Haus. Endlich herrschte reger Betrieb
auf dem Fußballplatz, unter dem Basketballkorb und auf
den Holztischen beim Kartenspiel. Doch um halb zwei
waren die schwierigen Rhythmen und Achtelläufe
wieder auf dem Programm. Viel lieber hätte man den
Nachmittag an der warmen Oesterreicherluft verbracht.
Doch wer mal was werden will...
Nach
dem Abendessen hatte Roger eine besondere Mitteilung zu
machen. Um 20.00 Uhr fand man sich nicht wie befürchtet
im Probelokal ein, sondern durfte sich auf einen lustigen
Gruppenabend freuen. Auf diesen waren Groß und Klein
sehr gespannt. Die ganze Meute wurde in Gruppen
eingeteilt und mit den Regeln der Spiele vertraut
gemacht. Von Collagen über Nägel einschlagen und
Luftballons zerplatzen, hin zu Märchenraten und
Montagsmaler war einfach alles auf dem Programm. Das
Geräusche raten war nicht leicht und auch die Wortspiele
forderten viele Überlegungen. Nicht nur die erreichte
Punktzahl am Schluß zählte, Hauptsache alle hatten
riesig Spaß gehabt. Und dies war ganz bestimmt der Fall.
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Nach einem feinen Dessert gingen dann alle
zu Bett und waren gespannt auf den nächsten Lagertag.
Doch nicht die ganze Nacht lief ruhig ab. Nach einigen
mißglückten Wanderschafftsversuchen eines bestimmten
Zimmers, marschierte man dann ausgerüstet mit Besen und
Eimern in den Essaal und die Toiletten , um diese für
die morgendlichen Benützer zu reinigen. Nach einer
solchen Nachtaktion schlafen dann doch alle endlich ein.
Mittwoch
Obwohl
die Gesichter am Mittwochmorgen schon ein bisschen Müde
aussahen, wurden die Proben wie gewohnt durchgeführt. Um
9 Uhr besammelten sich alle im Proberaum. Nach dem
Einspielen und dem Einstimmen wurden erneut die Stücke
in Angriff genommen. Es ist erstaunlich wie stark sich
die Leistungen nach bereits drei Tagen verbessert haben.
In der Pause stärkten sich alle mit den selbstgemachten
Kuchen. Kurz vor 12 Uhr wurde dann die Probe beendet.
Nachdem alle ihre Magen gestillt hatten, gab Roger seine
Mitteilungen bekannt. Diesmal jedoch zur Freude für die
Aspis und Jumus, denn es hiess nicht
Probebeginn um 13.30 Uhr, sondern der
Nachmittag durfte von den Musikanten selbst gestaltet
werden. Die Begeisterung war den Gesichtern anzumerken.
Die Knaben stürzten sich in ihr Fussballtrikot, die
Mädchen setzten sich an die Bänkchen und schrieben
Karten oder genossen die warme Sonne und hörten Musik.
Von einigen wurde auch das Lädeli, das sich wenige Meter
neben dem Lagerhaus befand, reichlich ausgenutzt.
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Nach dem Abendessen wurden
die Instrumente jedoch nochmals in die Hand genommen und
die Musikstücke durchgeackert. Nach einiger Zeit machte
sich jedoch die Müdigkeit bemerkbar. Aus diesem Grund
wurden die Probe für den Mittwoch beendet.
Donnerstag
Donnerstag,
das bedeutet, es steht schon der letzte ganze Tag von dem
diesjährigen Lager bevor. Der Probetag war deshalb
nochmals sehr kräftefordernd. Von vereinzelten
Musikanten konnte man vernehmen, wie sehr ihre Lippen
offen waren oder die Hände vom Halten der Instrumente
schmerzten
Auch
der Donnerstag brachte wunderschönes Wetter und so
konnten sich alle in der Freizeit draussen entspannen und
neue Energie tanken. Nach dem Abendessen waren schon alle
gespannt, was sie am heutigen Abend erwarten wird, denn
der Schlussabend ist immer etwas spezielles. Um 20 Uhr
mussten sich alle im Esssaal besammeln. Dann wurden alle
Lagerteilnehmer in sieben Gruppen eingeteilt. Das Motto
hiess: Weltreise. Jede Gruppe musste im Freien 7
verschiedene Posten finden. Jeder war mit einem Land
beschrieben. Es waren auch einige Hilfsmittel
aufzufinden, denn überall musste einer der Gruppe sich
nach den jeweiligen Ländern verkleiden. Mit der Zeit
wurde diese Prozedur noch schwierig, denn der Himmel
verdunkelte sich und man konnte sich nur noch mit den
Taschenlampen orientieren. Um ca. 22.30 Uhr trafen alle
wieder im Esssaal ein. Sobald die Musik seines Landes
erklang durfte man sich präsentieren, indem man
dementsprechend tanzte! Auch die Leiter kamen in dieser
Zeit nicht ungeschoren davon. Während unserer
Verkleidungstour verwandelten sie den Saal in ein
Schweizerstübli. Das war jedoch noch nicht alles. Sie
bekamen nämlich noch den Auftrag, das Lied Heidi,
Heidi.... in ein Jumu-Lied umzuwandeln. Als dieses
zum Besten gegeben wurden, konnten sich die Jumus
vor Lachen teilweise kaum mehr auf den Bänken halten.
Als der Unterhaltungsteil vorbei war, durften sich alle
noch an dem reichlichen Dessertbuffet bedienen. Danach
wurde im Probelokal noch der Lagerfilm angesehen und
natürlich viel dabei gelacht. Anschliessend hiess es
auch schon Zeit für die Nachtruhe. Dieses Wort wurde
jedoch nur theoretisch aufgefasst, denn sogar einige von
den Kleinsten haben in dieser Nacht kein Auge zugetan!
Freitag
Sichtlich
müde erschienen alle am Freitagmorgen zum Essen (oder
eben nicht). Anschliessend mussten alle sieben Sachen
zusammengepackt werden und alle Taschen und Koffern
draussen deponiert werden. Danach präsentierte das Aspi
und die Jumu in einem kleinen Konzert, was sie die Woche
hindurch alles gelernt haben. Die Fortschritte, welche im
Laufe der Woche erzielt worden waren, konnten nicht
überhört werden. Die beiden Dirigenten und die
Jugendlichen dürfen mit dem Resultat zufrieden sein.
Alle, die nicht in Bezau dabei waren, werden am
Sommerkonzert die Gelegenheit haben, diese Stücke zu
geniessen.
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Nachher ging es ans Putzen. Die
verschiedenen Ämtli wurden aufgeteilt und so konnte das
Haus schnell wieder auf Hochglanz gebracht werden.
Anschliessend blieb noch genügend Zeit um noch den Lunch
einzunehmen, bis dann um 14 Uhr der Car eintraf und die
ganze Truppe wieder zurück nach Hause brachte. Kurz vor
17 Uhr trafen alle müde, aber überglücklich von der
gelungenen Lagerwoche im verregneten Wädenswil ein.
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Zum Schluss möchten wir noch sagen, dass
es auch dieses Jahr wieder ein spitzenmässiges Lager
war. Neben den vielen Proben, blieb auch genügend Zeit
um sich draussen zu vergnügen, oder neue Streiche
auszuhecken. Auch kulinarisch wurden wir täglich sehr
verwöhnt. Wir sind uns sicher, dass das kommende
Sommerkonzert und der bevorstehende Aufenthalt in
Luxenbourg fantastisch ausfallen wird und sich alle
Jumus und Aspis auch nächstes Jahr wieder
für das Lager anmelden werden.
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