Jugendmusik Wädenswil  
   
       

 

Lagerbericht aus dem Jugendmusiklager 2004 in Bezau

18.April bis 23. April 2004

Von Daniela Horlacher und Nicole Leuzinger
Lager-Zwischenbericht


Sonntag

Ein nicht ganz alltägliches Bild zeigte sich um 12.30 Uhr auf dem EKZ Parkplatz in Wädenswil. Keine Geschäftsautos, keine Arbeiter mit Helm und Arbeitskoffern. Dennoch wimmelt es von Leuten, Taschen , Koffern und mitten drin : ein Reisecar. Was das wohl zu bedeuten hatte, war nicht sehr schwierig zu erraten, die Jugendmusik Wädenswil startete ins jährliche Jugendmusiklager.

Vorfreude ,sehr gute Stimmung und etwas Nervosität lagen in der Luft. Genau die richtige Atmosphäre, um pünktlich die kurzweilige Fahrt nach Bezau (A) unter die Räder zu nehmen. Die Ladung an Bord zählte 54 junge Musikanten, unzählige Instrumente und Gepäck so weit das Auge reichte.
Doch Langeweile gab es bei uns nicht. Kaum hatte sich der Chauffeure per Mikrophon gemeldet und allen eine gute Fahrt gewünscht , dröhnte Musik aus den hinteren Sitzreihen. Gelächter, Stimmengewirr und gute Laune machten sich breit. Den Zoll mühelos überquert, alle Kurven heil überstanden und schon öffneten sich die Cartüren. Die ganze Bande  stürmte auf den großen Kiesplatz vor dem Lagerhaus. Am liebsten hätten alle gleich den Fussballrasen, die Tischtennistische, das Volleyballfeld oder den Basketballkorb eingeweiht, aber unser Präsident war da anderer Meinung. Zuerst wurden wir mit den üblichen Regeln bekannt gemacht, bevor es zur Zimmereinteilung ging. Ich möchte nicht darauf wetten, ob diese dann auch wirklich so ausgeführt wurde, wie es auf Spältis Zettel stand. Doch zu guter Letzt waren alle zufrieden und begannen mit dem Auspacken.

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Viel Zeit zum Plaudern und Erkunden blieb uns nicht. Die erste Probe stand auf dem Programm. Für einige, welche das erste Mal ins Lager mitgekommen sind , sah das Probelokal nicht sehr alltäglich aus. Unser Aspi fand sich im Essaal ein und die Jumus bauten kurzerhand den Seminarraum um. Unser Dirigent ging gleich zur Sache und gab die Ziele dieser Woche vor. Nicht gerade wenig hatten die Leiter sich da vorgenommen, doch gaben wir schon von Anfang an unser Bestes.

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 Endlich um 18.00 Uhr, wurden unsere hungrigen Bäuche mit Spaghetti gefüllt. Alle ließen es sich schmecken und lobten die gute Küche. Wie hieß es doch gleich, das Sprichwort... Ein voller Bauch studiert nicht gern... Davon wurde kaum Notiz genommen. Denn kaum hatte die erste Aemtligruppe den Küchendienst erledigt, saßen wir wieder hinter den Notenständern und probten , bis uns die Luft fast ausging. Zur Belohnung stand dann eine Platte mit selbstgebackenem Kuchen bereit.

Um 22.30 Uhr und 23.30 Uhr hätten eigentlich alle Pyjamas angezogen, Zähne geputzt und Lichter gelöscht sein müssen. Doch wer kennt das nicht in einem Lager. Wann es dann endlich ruhig war im gossen Haus, das verrieten höchstens die kleinen Augen am nächsten Morgen...

Montag

Früh begann der erste Lagermorgen. Um 8.00 Uhr  waren alle Musikantinnen und Musikanten, inklusive Leiterteam, beim Frühstück versammelt. Die Auswahl war groß. Bei Brot, Joghurt, Cornflakes, Milch, Tee oder Kaffee, war für jeden etwas Gutes dabei. Einige der „Nachtschwärmer“ hatten noch Entfaltungsmöglichkeiten, doch dies hielt niemand von der morgendlichen Probe ab. Es soll ja Leute geben, die um 9.00 Uhr joggen, oder  vor dem PC sitzen, aber wir Jumu’s sind so richtig hart, trillern Tonleitern bis 6 Kreuze, übten das Katzenjammern von Büseli bis Chatzebüseli , arbeiteten am Gebrüll des Lion Kings und beeilten uns, dass uns der A Train nicht vor der Nase wegfuhr. Nach einer kurzen Stärkung mit Tee und Kuchen, begaben wir uns auch noch ein bißchen auf den Broadway , jagten den Pink Panther und schlugen uns mit „em Sänn bim Mälche“ herum. Froh waren alle, als die Uhr 11.30 anzeigte und uns hungrig in die Mittagspause flüchten ließ.

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Da das Wetter heute nicht nach unseren Regeln spielte, kassierte der Rasen vor dem Haus nur sehnsüchtige Blicke. Doch für Trübsal blieb keine Minute. Beim „Töggelä“ vergaß man fast die Zeit und musste sich beeilen um pünktlich um 13.30 Uhr wieder im Proberaum zu sitzen. Die Nachmittagsprobe verging wie im Fluge. Schon roch es im ganzen Haus nach einem köstlichen Abendessen, auf welches niemand verzichten wollte.

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Am Abend hätten viele lieber etwas anderes gemacht, doch nochmals war eine zweistündige Probe angesagt. Wer von den Leitern aber dachte, nach so vielen Proben fallen die Musikantenaugen von alleine zu, lag weit daneben. Munterer als je zuvor plauderte man in den Zimmern ohne Punkt und Komma weiter. Wie schnell es dann aber Morgen werden kann, davon können einige ein Liedchen singen...

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Dienstag

Erschrocken fuhren einige Aspis und Jumus in ihren Betten zusammen. Laute Musik dröhnte in die Zimmer und ließ kaum Einen weiter schlafen. Der Weckdienst war pünktlich, die Wecker, Natels und das wunderbare Wetter vor den Fenstern zeigten 7.30 Uhr.
Noch ziemlich schlaftrunken rieb man sich beim anstehen am großen Zmorgenbuffe die Augen. Die Kaffees wurden bedenklich stärker, doch schon bald war man wieder fit und bereit, die nächste Probe auf sich zu nehmen.
Egal ob Dixiland, Rock oder Marsch, jedes Stück wurde in seine Takte zerlegt. Jeder falsche Ton oder Rhythmus vernahm der Dirigent, auch wenn dessen Augen noch nicht viel größer waren als die Unseren. Das dumpfe Brummen gegen Mittag, stammte nicht aus dem Bassregister oder dem Schlagzeug. Nein, unsere lehren Bäuche machten sich bemerkbar und erleichterten das Spielen nicht gerade. Doch Mario und Domenico hatten ein Einsehen und beendeten die Morgenprobe ein paar Minuten früher.

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Nach Salat und Riz Casimire  fühlten sich alle wieder prima und genossen die Mittagspause in der Sonne vor dem Haus. Endlich herrschte reger Betrieb auf dem Fußballplatz, unter dem Basketballkorb und auf den Holztischen beim Kartenspiel. Doch um halb zwei waren  die schwierigen Rhythmen und Achtelläufe wieder auf dem Programm. Viel lieber hätte man den Nachmittag an der warmen Oesterreicherluft verbracht. Doch wer  mal was werden will...

Nach dem Abendessen hatte Roger eine besondere Mitteilung zu machen. Um 20.00 Uhr fand man sich nicht wie befürchtet im Probelokal ein, sondern durfte sich auf einen lustigen Gruppenabend freuen. Auf diesen waren Groß und Klein sehr gespannt. Die ganze Meute wurde in Gruppen eingeteilt und mit den Regeln der Spiele vertraut gemacht. Von Collagen über Nägel einschlagen und Luftballons zerplatzen, hin zu Märchenraten und Montagsmaler war einfach alles auf dem Programm. Das Geräusche raten war nicht leicht und auch die Wortspiele forderten viele Überlegungen. Nicht nur die erreichte Punktzahl am Schluß zählte, Hauptsache alle hatten riesig Spaß gehabt. Und dies war ganz bestimmt der Fall.

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Nach einem feinen Dessert gingen dann alle zu Bett und waren gespannt auf den nächsten Lagertag. Doch nicht die ganze Nacht lief ruhig ab. Nach einigen mißglückten Wanderschafftsversuchen eines bestimmten Zimmers, marschierte man dann ausgerüstet mit Besen und Eimern in den Essaal und die Toiletten , um diese für die morgendlichen Benützer zu reinigen. Nach einer solchen Nachtaktion schlafen dann doch alle endlich ein.

Mittwoch

Obwohl die Gesichter am Mittwochmorgen schon ein bisschen Müde aussahen, wurden die Proben wie gewohnt durchgeführt. Um 9 Uhr besammelten sich alle im Proberaum. Nach dem Einspielen und dem Einstimmen wurden erneut die Stücke in Angriff genommen. Es ist erstaunlich wie stark sich die Leistungen nach bereits drei Tagen verbessert haben. In der Pause stärkten sich alle mit den selbstgemachten Kuchen. Kurz vor 12 Uhr wurde dann die Probe beendet.
Nachdem alle ihre Magen gestillt hatten, gab Roger seine Mitteilungen bekannt. Diesmal jedoch zur Freude für die Aspi’s und Jumu’s, denn es hiess nicht „Probebeginn um 13.30 Uhr“, sondern der Nachmittag durfte von den Musikanten selbst gestaltet werden. Die Begeisterung war den Gesichtern anzumerken. Die Knaben stürzten sich in ihr Fussballtrikot, die Mädchen setzten sich an die Bänkchen und schrieben Karten oder genossen die warme Sonne und hörten Musik. Von einigen wurde auch das Lädeli, das sich wenige Meter neben dem Lagerhaus befand, reichlich ausgenutzt.

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Nach dem Abendessen wurden die Instrumente jedoch nochmals in die Hand genommen und die Musikstücke durchgeackert. Nach einiger Zeit machte sich jedoch die Müdigkeit bemerkbar. Aus diesem Grund wurden die Probe für den Mittwoch beendet.

Donnerstag

Donnerstag, das bedeutet, es steht schon der letzte ganze Tag von dem diesjährigen Lager bevor. Der Probetag war deshalb nochmals sehr kräftefordernd. Von vereinzelten Musikanten konnte man vernehmen, wie sehr ihre Lippen offen waren oder die Hände vom Halten der Instrumente schmerzten

Auch der Donnerstag brachte wunderschönes Wetter und so konnten sich alle in der Freizeit draussen entspannen und neue Energie tanken. Nach dem Abendessen waren schon alle gespannt, was sie am heutigen Abend erwarten wird, denn der Schlussabend ist immer etwas spezielles. Um 20 Uhr mussten sich alle im Esssaal besammeln. Dann wurden alle Lagerteilnehmer in sieben Gruppen eingeteilt. Das Motto hiess: Weltreise. Jede Gruppe musste im Freien 7 verschiedene Posten finden. Jeder war mit einem Land beschrieben. Es waren auch einige Hilfsmittel aufzufinden, denn überall musste einer der Gruppe sich nach den jeweiligen Ländern verkleiden. Mit der Zeit wurde diese Prozedur noch schwierig, denn der Himmel verdunkelte sich und man konnte sich nur noch mit den Taschenlampen orientieren. Um ca. 22.30 Uhr trafen alle wieder im Esssaal ein. Sobald die Musik seines Landes erklang durfte man sich präsentieren, indem man dementsprechend tanzte! Auch die Leiter kamen in dieser Zeit nicht ungeschoren davon. Während unserer Verkleidungstour verwandelten sie den Saal in ein Schweizerstübli. Das war jedoch noch nicht alles. Sie bekamen nämlich noch den Auftrag, das Lied „Heidi, Heidi....“ in ein Jumu-Lied umzuwandeln. Als dieses zum Besten gegeben wurden, konnten sich die Jumu’s vor Lachen teilweise kaum mehr auf den Bänken halten. Als der Unterhaltungsteil vorbei war, durften sich alle noch an dem reichlichen Dessertbuffet bedienen. Danach wurde im Probelokal noch der Lagerfilm angesehen und natürlich viel dabei gelacht. Anschliessend hiess es auch schon Zeit für die Nachtruhe. Dieses Wort wurde jedoch nur theoretisch aufgefasst, denn sogar einige von den Kleinsten haben in dieser Nacht kein Auge zugetan!

Freitag

Sichtlich müde erschienen alle am Freitagmorgen zum Essen (oder eben nicht). Anschliessend mussten alle sieben Sachen zusammengepackt werden und alle Taschen und Koffern draussen deponiert werden. Danach präsentierte das Aspi und die Jumu in einem kleinen Konzert, was sie die Woche hindurch alles gelernt haben. Die Fortschritte, welche im Laufe der Woche erzielt worden waren, konnten nicht überhört werden. Die beiden Dirigenten und die Jugendlichen dürfen mit dem Resultat zufrieden sein. Alle, die nicht in Bezau dabei waren, werden am Sommerkonzert die Gelegenheit haben, diese Stücke zu geniessen.

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Nachher ging es ans Putzen. Die verschiedenen Ämtli wurden aufgeteilt und so konnte das Haus schnell wieder auf Hochglanz gebracht werden. Anschliessend blieb noch genügend Zeit um noch den Lunch einzunehmen, bis dann um 14 Uhr der Car eintraf und die ganze Truppe wieder zurück nach Hause brachte. Kurz vor 17 Uhr trafen alle müde, aber überglücklich von der gelungenen Lagerwoche im verregneten Wädenswil ein.

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Zum Schluss möchten wir noch sagen, dass es auch dieses Jahr wieder ein spitzenmässiges Lager war. Neben den vielen Proben, blieb auch genügend Zeit um sich draussen zu vergnügen, oder neue Streiche auszuhecken. Auch kulinarisch wurden wir täglich sehr verwöhnt. Wir sind uns sicher, dass das kommende Sommerkonzert und der bevorstehende Aufenthalt in Luxenbourg fantastisch ausfallen wird und sich alle Jumu’s und Aspi’s auch nächstes Jahr wieder für das Lager anmelden werden.