Jugendmusik Wädenswil  
   
       

 

Lagerbericht aus dem Jugendmusiklager 2003 in Bezau

27.April bis 2.Mai 2003

Silvia Hitz
Lager-Zwischenbericht
Ankunft in Bezau
Gut gelaunt traffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das diesjährige Jugendmusik-lager. Zum ersten Mal sollte das Lager im Ausland stattfinden. Deshalb mussten alle vor dem Start ihren Ausweis zeigen. Dies, obwohl sich später kein Zollbeamter dafür interessierte.
Der Car war bis auf den letzten Platz besetzt, und die Fahrt konnte losgehen. Wie auch schon in den vergangenen Jahren chauffierte uns Hans Kälin. Einmal mehr ging die Fahrt nicht ohne einen kleinen Zwischenfall über die Runde. Dem Leser sollen hier die genauen Details erspart werden.
Jedenfalls trafen wir pünktlich beim Jugendgästehaus Kanisfluh in Bezau ein. Dort wurden wir bereits von der Küchenmannschaft und dem Lagerleiter Roger Spälti empfangen. "Mit wem bin ich wohl im Zimmer?" Das war die Frage, auf deren Antwort alle gespannt warteten. Doch es brauchte noch einen Moment Geduld. Die Hausbesitzerin stand nämlich inmitten der erwartungsvollen Schar. Mit ihrer freundlichen und umgänglichen Art erklärte sie, was sie gerne hätte oder eben, was sie lieber nicht hätte.
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Endlich war es soweit. Roger holte die Liste hervor und die Zimmerverteilung konnte beginnen.
Sofort wurden die Gepäckstücke unter den Arm geklemmt und die Schar auf dem Vorplatz wurde immer kleiner.
Zu guter Letzt waren alle untergebracht. Die Küchenmannschaft machte sich an die Arbeit. Sie war nicht nur am ersten Abend, sondern die ganze Woche hindurch daran beteiligt, dass alle gute Laune hatten. Danke!
Erster Probenabend
Einige Helfer richteten das Probelokal im Keller ein, denn schon bald sollte das Proben losgehen.
Nun hatte die Küchengruppe 1 ihren ersten Einsatz. Die Tische mussten für das Nachtessen gedeckt werden. Hungrig setzten sich die Leute. Wie immer wenn Kari, der Küchenchef, aus der Küche trat, starteten die ersten, um ganz sicher etwas zwischen die Zähne zu bekommen. Ergänzend muss hier noch gesagt werden, dass nie jemand zu hungern brauchte.
Nach dem Essen war nur kurz Zeit, um das Haus und seine Umgebung zu erkunden, denn es ging bereits los mit der ersten Probe. Diese hörte sich beim Aspi eher wie das Üben einer Guggenmusik an. Aber die Probewoche hatte ja auch gerade erst angefangen.
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Bereits an diesem Abend wurde in einigen Zimmern beschlossen, dass man die Nacht durchmachen wolle. Dies gehört ja wohl zum (geheimen) Programm in einem Lager.
Am ersten Morgen waren die Gesichter noch einigermassen frisch, was sich dann im Laufe der Woche änderte. Es wurde vor dem Frühstück mit jedem Tag ein bisschen ruhiger. Und dies wohl kaum, weil niemand mehr etwas zu sagen hatte!!!
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Montag
Der Montag war ganz dem Musikalischen gewidmet. Die Klänge die durch das Haus hallten, entfernten sich immer mehr von der Guggenmusik. Unterbrochen wurden die Proben (wie übrigens die ganze Woche) mit längeren Pausen. Für den kleinen Hunger war dann immer das Kuchenbuffet und die grosse Teepfanne bereit. Rüebli und Äpfel spendeten die nötigen Vitamine.
Wer sich bewegen wollte, konnte dies auf der grossen Spielwiese beim Fussballspiel tun.
Aber auch auf dem Platz vor dem Haus wurde gespielt. Es war dort oft gefährlich, wenn man nur am Tisch sitzen und plaudern wollte.
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Gruppenabend
Nach dem Nachtessen starteten dann verschiedene Mannschaften zum Gruppenabend, welcher quer durch das ganze Haus führte. Grosse und Kleine hatten gemeinsam verschiedene Aufgaben zu erledigen. So eiferten die Gruppen den grossen Fernsehanstalten nach, indem sie so viele Dominosteine wie möglich aufstellen mussten. Das war gar nicht so einfach, bei einem nicht erschütterungsfreien Boden.
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Beim Geruch- und Gehörmemory waren die Sinne gefragt. Immer zwei Döschen hatten den selben Inhalt, welcher mit den Ohren oder mit der Nase gefunden werden musste.
Im Untergeschoss mussten 30 Musikstücke erkannt werden. "Das kenne ich, aber wie es heisst es schon wieder?" Dieser Satz war oft zu hören. Und zu alledem sollte auch noch der Interpret genannt werden.
Im Esssaal wurde eifrig geschnipselt und geklebt. Jede Gruppe hatte den Auftrag eine Collage anzufertigen. Diese wurden dann an die verschiedenen Türen gehängt, damit man sich im Haus zurechtfinden konnte. Es sei hier nichts über die Motive der einzelnen Bilder erwähnt. Jedenfalls waren wir erstaunt, welche Bilder man in einer ganz normalen Familienillustrierten finden kann!!!
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Zielwerfen war auch eine Disziplin an diesem Abend. Die einen ruhig, die andern hektisch, versuchten alle einen Eimer zu treffen. Das wurde natürlich erschwert durch verschiedene Bälle mit unterschiedlichen Flugeigenschaften.
Auch Autoren waren gefragt, welche eine Geschichte schreiben sollten. Jede Gruppe konnte immer nur den letzten Satz der vorherigen Gruppe lesen. Selbstverständlich war jede Ähnlichkeit mit anwesenden Personen rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Das Kreuzworträtsel machte nicht allen Gruppen gleich viel Mühe. Einige lösten beide Rätsel beinahe vollständig und andere fanden in der gleichen Zeit nur einen Teil der Wörter.
Auch die Küche wurde an diesem Abend belagert. Allerdings hatte nicht die Küchenmannschaft das Sagen, sondern jede Gruppe musste ein Dessert herstellen. Das leckere Buffet erfreute nach der Arbeit die Gaumen. Dass es geschmeckt hat, ist anzunehmen, denn es war in kürzerster Zeit geplündert.
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Dienstag - Registerproben und Kinoabend
Auch der zweite Tag war dem Proben gewidmet. Am Morgen reisten zwei Musiklehrer an, welche dann Registerproben machten. So wurde noch intensiver geübt und gefeilt als sonst. Den ganzen Tag über konnte man im und um das Haus kleine Gruppen sehen und vor allem hören.
Gemäss dem Dirigenten sollte dies der strengste Tag des Lagers werden. Allerdings empfanden dies nicht alle so.
Das Probelokal wurde nach den Proben in einen Kinosaal umgewandelt. Die Kleineren durften dann einen Film ansehen und die Grossen konnten zweimal das Kino geniessen.
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Mittwoch - Probe und Foto-OL
Am Mittwochmorgen wurde wieder eifrig geprobt und nun waren die Fortschritte auch hörbar.
Der Nachmittag sollte für einmal etwas lockerer sein. Roger und Silvia hatten sich bereits im Dorf umgesehen und einen Foto-OL organisiert. Die Hausbesitzerin war übrigens so begeistert davon, dass sie ihn gleich geschenkt bekam.
In Vierergruppen machten sie Musikanten auf den Weg, um die Motive zu finden und die Fragen dazu zu beantworten. Man durfte sich dabei Zeit lassen und ein Schwatz oder ein Abstecher in eines der Bezauer Geschäfte lagen durchaus drin.
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Donnerstag - Schlussabend
Am Donnerstag stand wieder Musik im Vordergrund. Nun waren bei einigen allerdings die Augensäcke etwas länger geworden. Nicht immer klappten die Einsätze, weil die Reaktion nach der kurzen Nacht nicht mehr optimal war. Zum Glück schlafen ja auch die Lagerleiter nicht immer 12 Stunden!
Am Abend konnten sich die Leiterinnen und Leiter zurücklehnen, jedenfalls am Anfang. Diesmal hatten nämlich die Ältesten der Jugendmusik den Schlussabend vorbereitet. Auch hier gab es wieder Aufträge, die in Gruppen gelöst werden mussten. So musste zum Beispiel ein Stuhl gezimmert werden, auf dem der Dirigent eine Minute lang sitzen und dirigieren konnte. Gezimmert ist nicht das richtige Wort, denn die Gruppe hatte nur Holz und Schnur zur Verfügung. Aber der Stuhl hielt eine ganze Nationalhymne lang.
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Eine andere Gruppe bereitete sich für eine Modenschau vor. Allerdings mussten die männlichen Gruppenmitglieder als Frauen auftreten und umgekehrt. Auf dem Laufsteg wurde dann das Ergebnis professionell präsentiert.
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Sogar eine Gondel aus Venedig stand im Esssaal. Der Gondoliere sang "O sole mio". Seine Gäste allerdings verstanden das nicht und störten ihn mit ihrem eigenen Song. Es war eine gute Idee, aus den Bänken eine Gondel zu erstellen. Das man Staubsaugerrohre als Ruder brauchen kann, weiss ich auch erst seit diesem Lager.
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Auch gesungen und gespielt wurde an diesem Abend. Der Text des Liedes musste allerdings neu geschrieben werden, bevor der Vortrag beginnen konnte.
Es folgt die Tagesschau.... Wie im Fernsehen wurde ein Wochenrückblick verfasst und vorgetragen. Hier zeigte sich, wie übirgens schon oft in dieser Woche, dass viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr rücksichtsvoll mit anderen umgingen. So durfte Julia, welche nur Englisch spricht, ihren Text in ihrer Muttersprache vorlesen. Sie erhielt dafür den grössten Applaus.
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Eine Gruppe musste eine Schnur durch alle Hosenbeine und Ärmel führen, und dies erst noch in nur drei Minuten. Die Gruppe hatte so eifrig geübt, dass dies kein Problem war.
Ein Pingu-Theater stand noch auf dem Programm. Die kleinen Pinguine und ihre Freunde spielten nach einer Geschichte, welche ihnen vorgegeben war. Erinnerungen an frühere Zeiten wurden wohl bei allen wach.
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Das Leiterteam, Roger, Domenico, Silvia und Karin, waren auch nicht untätig. Auch sie hatten vom Vorbereitungsteam eine Aufgabe erhalten. Sie mussten nämlich ein Stück aus dem Ballett "Schwanensee" tanzen. Ihre bühnenreife Vorführung riss das Publikum beinahe von den Bänken.
Mit Zuckungen starben schliesslich die vier Schwäne.
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Zum Abschluss hiess es Schuhe und Jacken anziehen. Vor dem Haus erleuchteten bereits die brennenden Fackeln den Weg. Gemeinsam gingen alle zur Feuerstelle, wo das Feuer loderte. Jede Gruppe erhielt Teig, um daraus ein Schlangenbrot zu backen. Das lange Warten am Feuer wurde mit duftendem Brot und einem Schoggistängeli belohnt.
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Freitag - Gegenseitiges Vorspielen - Putzen - Heimfahrt
Am Freitagmorgen stand ein kleines Konzert auf dem Programm. Das Aspi eröffnete und spielte der Jugendmusik seine Stücke vor. Auch die Jugendmusik zeigte dann, was sie geübt und ausgefeilt hatten. Die Fortschritte, welche im Laufe der Woche erzielt worden waren, konnten nicht überhört werden. Die beiden Dirigenten und die Jugendlichen dürfen mit dem Resultat zufrieden sein. Alle, die nicht in Bezau dabei waren, werden am Sommerkonzert die Gelegenheit haben, diese Stücke zu geniessen.
Nachher ging es ans Putzen. Das erst dreijährige Haus ist sehr pflegeleicht und war recht schnell gereinigt. So war noch genügend Zeit, den Lunch vor dem Haus einzunehmen.
Pünktlich stand der Car vor dem Haus. Als alles Gepäck verstaut war, hiess es einsteigen. Zum Glück wussten wir da noch nicht, was alles auf uns zukommen sollte. Gemäss Aussagen einiger Knaben soll der Buschauffeur nur die Töffliprüfung gehabt haben. Jedenfalls waren alle Reisetabletten und -kaugummis nach kurzer Zeit aufgebraucht.
Glücklich, aber ziemlich müde, erreichten wir dann Wädenswil. Schnell leerte sich der Platz vor dem EKZ und überall wurden wohl die "coolsten" Streiche und Begebenheiten erzählt, bevor man müde ins eigene Bett sinken konnte.
Fazit
Rückblickend muss ich sagen, dass dies ein ganz tolles Lager war. Es war geprägt von gegenseitiger Rücksichtnahme, grossem Einsatz, Spass und wenig Schlaf. Dies ist nicht selbstverständlich, denn der Altersunterschied zwischen den Jüngsten und den Ältesten beträgt doch etwa 10 Jahre.

- Zum Lager-Zwischenbericht vom Mittwoch 30. April 2003