Jugendmusik Wädenswil  
   
     

 

Kirchenkonzert 2003

vom 9. Februar in der reformierten Kirche

Zeitungsbericht in der Zürichseezeitung vom 11. Februar 2003
Sanfte Melodien, wuchtige Rhythmen

Mit grossem Einsatz und perfekten musikalischen Leistungen führte die Jugendmusik am letzten Sonntag mit ihrem Konzert Besucherinnen und Besucher in den Winterabend. Garant für die vom Publikum begeistert applaudierten Darbietungen war Dirigent Domenico Emanuele.

EDITH ESCHMANN
Zwei Klarinettistinnen, Nadja Hitz und Daniela Horlacher, führten in der reformierten Kirche nach Texten von Domenico Emanuele durch das Konzert. Herausragend waren die drei Vorträge des Aspirantenkorps (Aspi) sowie sechs Werke der Jugendmusik. Mit Ausnahme einer Bach- Kantate spielten die jugendlichen Musikerinnen und Musiker alles Werke zeitgenössischer Blasmusik- Komponisten. Ein Engagement, das annähernd mit sportlichen Höchstleistungen vergleichbar ist. Verstärkt wurden die Vorträge von einer Tuba, einer Posaune und, mal lyrisch und mal kriegerisch, von einer Harfe.
Die Herausforderung gemeistert
Zielstrebig und vom Applaus des Publikums getragen, nahmen die «Aspis » ihre Plätze auf der Bühne ein. «An einem Frühlingsmorgen» hiess die farbenreiche Komposition des amerikanischen Komponisten David Shaffer, die als erste Darbietung bereits gut gelang. Sehr abwechslungsreich, gewagt oder wie es in der Moderation hiess, frech, wurden in «Carpathian Sketches» die Einwohner der Karpaten mit beabsichtigten, musikalischen Disharmonien verulkt. Keine einfache Aufgabe für die jugendlichen Musikerinnen und Musiker.
Doch schon wartete die nächste Herausforderung mit dem berühmten Ohrwurm und Hit von Stevie Wonder, «I just called to say I love you», mit dem anspruchsvollen Tonartenwechsel in der Mitte des Werkes. Hartnäckig «fänte» das Publikum; den «Aspis » blieb nichts anderes übrig als eine Zugabe nachzuschicken.
Ouvertüre, Musicalmelodie, Kantate
Von der Jugendmusik-Formation war offensichtlich einiges an Rhythmus zu erwarten, denn gleich drei Schlagwerker stellten sich nach einer kleinen Pause hinter ihre Trommeln und Rhythmusinstrumente. Ihre erste Musik, eine melodiöse, aber wuchtige Komposition war die mystische Ouvertüre «Trailridge Saga», die mit Fanfaren und Kantilenen gespickt war. Das anspruchsvolle Werk verlangte den vollen Einsatz aller Register, die der Dirigent problemlos zu führen wusste. Behutsam und weich gespielt von Querflöte und Klarinette tönten die zarten Passagen in «On my own», einer der wichtigsten Melodien aus dem weltberühmten Musical «Les Misérables». Mit der Harfenbegleitung durch Angela Stillhard kündigte sich im Arioso aus der Bach- Kantate Nr. 156 ein Höhepunkt des Konzerts an. Manchmal wünschten sie sich für Werke wie diese Kantate eine zweite Lunge, sagte die Ansagerin, um mit der Harfe Schritt halten zu können. Für das geniessende Publikum in der Kirche war es ein wunderbares, feierliches Tongemälde.
Feurige Rhythmen jagen die Trommeln
Nach der besinnlichen Kantate hatten nun im nächsten Vortrag die Schlagwerker wieder Arbeit, sie jagten ihre Trommeln in der Komposition von James Swearingen, «Covington Square». Feurig war bereits der Anfang, die Ruhe im Mittelteil war nur von kurzer Dauer, denn sie brachte mit einem Furioso das Stück in den majestätischen Schlussteil. Der grosse Abräumer stand mit «Die unbezwingbare Festung» noch bevor, denn es schien fast unglaublich, dass mit den Jugendlichen dieses absolut anspruchsvolle Werk einstudiert werden konnte. Der Krieg um die Festung, so die Moderatorin, werde musikalisch durch die vielen rhythmischen Elemente veranschaulicht. Sogar das königliche Instrument, die Harfe, gebe sich in diesem wahrlich einmaligen Werk kriegerisch. Ob die Kraftreserven nach diesen grandiosen Leistungen aller für den letzten Vortrag, «New Baroque Suite », noch reichten? Sie reichten. In dem dreiteiligen Musikstück brillierten gar noch zwei Solisten, nämlich Christian Flepp, Klarinette, und Manuel Flepp,Trompete. Swinging gings zum Schluss noch in zwei Zugaben.