Genau so wie sich die Ouvertüre des letzten Konzertwerks nannte, nämlich
«Jubiloso», waren die Darbietungen der Jugendmusik und des Aspirantenkorps,
nämlich beglückend und fruchtbar.
Ein voller Erfolg für den neuen Dirigenten, Domenico Emanuele, und die stark
spielenden jungen Musikerinnen und Musiker.
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Hatte der prächtige Sonntag die Musikinteressierten mit Frühjahrs-müdigkeit
eingelullt, oder war der Wahlsonntag schuld daran, dass viele Plätze in der
reformierten Kirche blieben am Sonntagabend leer blieben? Doch das bremste
die jugendlichen Bläser nicht, ehrgeizig folgten sie den zündenden Forderungen
ihres Dirigenten. Zwei Jugendmusikerinnen führten gekonnt durch das Konzert.
Mit den Aspis ging «d Poscht ab» Gedämpftes Licht verkündete den Beginn des Konzerts,
und das Aspirantenkorps, liebevoll «Aspi» genannt, wurde vom Publikum mit aufmunterndem
Applaus empfangen. Jetzt gehe «dänn d Poscht ab», hatte der Präsident Gérard Destraz in den
Begrüssungsworten versprochen, und so war es auch.
Mit der «Hänsel-und-Gretel-Ouvertüre»
stiegen sie ins Konzert ein. Unter der Direktion von Richard Strauss war das von Engelbert
Humperdick komponierte Werk 1893 mit grossem Erfolg uraufgeführt worden. Unverkennbar liess
sich darin «Ein Männlein steht im Walde» ausmachen. Mit ein bisschen Show, perkussiven Einwürfen
und Superleistungen schmeichelten sich die jungen Bläserinnen und Bläser im Canto in
die Ohren des Publikums. Während nämlich zwei Register die Melodie spielten,
klatschten die andern rhythmisch den Takt dazu. «Wäge däm muesch du nöd truurig sii»,
nein, kein alter Schlager, sondern eine der Kompositionen von «Stephen Foster Favorites»
sollte die letzte Darbietung des Aspirantenkorps sein. Damit war allerdings das Publikum
nicht einverstanden, wenigstens eine kleine Zugabe musste sein. Auf der Bühne wurde es nach einer
kleinen Pause bunter, die über 40 uniformierten Jugendmusikerinnen und
-musiker, unterstützt von zwei Tubas, spielten sich mit «Royal Jubilée», einer
klaren und rassig gespielten Fanfare, ins Konzert ein. Wieder hoben
sich die Arme von Dirigent Domenico Emanuele, die Instrumente wurden
in Spielstellung gebracht, und diese
Bewegungen liessen sie in der Kirchenbeleuchtung
funkeln. Warm, weich, im Mittelteil fast meditativ, intonierte
die Jugendmusik anschliessend den Choral «Wie herrlich ist deine
Schöpfung», eine Komposition, die auf schwedischen Volksliedern
beruht. «One, two, one two three four», zählte der Dirigent, und temperamentvoll
ertönten zwei Spirituals für Holzbläser, «Nobody Knows» und
«Joshua». Der melancholische, doch verheissungsvolle Geist des Glaubens
riss mit, schwoll an und endete raumgreifend in einem fulminanten
Schluss. Lebensfreude und Aufbruchstimmung
aus der Zeit um 1450 bis 1600 vermittelten «Renaissance
Festival und Dances».
Herausforderung
Nach dem sehnsüchtigen Mittelteil erklang fein und zart der Triangel,
führte zum dynamischen Volleinsatz aller Register. Grösste Herausforderung
und volle Konzentration bedeuteten
die brillanten Melodien aus dem Musical «The Pahntom of the
Opera» für die Jugendlichen. «Und trotzdem», so hat der Dirigent der
«ZSZ» verraten, «spielen sie das Werk
am liebsten.» Alles kam vor: geheimnisvolle,
fast unheimliche Passagen,
volle Powerpartien, zarte Querflöten-und
weiche Klarinettenakkorde, und
nicht zuletzt wurde von den Schlagwerkern
ebenfalls vollste Konzentration gefordert. Welch ein Applaus! In
nichts standen die bestechenden
Rhythmen, die entfesselten Tempi und
die vitale Dynamik des letzten Werkes,
«Ouvertüre Jubiloso», den Musicalmelodien
nach. Mit fast hypnotischen
Bewegungen holte Domenico
Emanuele seine jungen Musikerinnen
und Musiker zu einem wahren Feuerwerk
ab. Das lange und anstrengende
Werk forderte von den talentierten Jugendlichen
alles. Zum Glück verschaffte
die Übergabe eines kleinen
Geschenkes an die Moderatorinnen
allen, inklusive dem Dirigenten, eine
kleine Pause, um Atem zu holen. Dass
solche Leistungen nicht ohne Zugaben
beendet werden konnten, war allen
von Anfang an klar.
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