Den Anfang des Konzertabends
bestritt das Aspiranten-Korps mit
vier Stücken, darunter der Opener
«YMCA» und der Beatles-Hit «Yellow
Submarine». Der herzliche Applaus,
den die gut 300 Zuhörer in der
vollen Glärnisch-Halle von Beginn
weg spendeten, tat den Musikern
sichtlich gut und nahm ihnen die anfängliche
Nervosität.
Dann füllte sich die Bühne, die Jugendmusik
gesellte sich zum Aspiranten-
Korps. Gemeinsam präsentierten
sie die «Gershwin Classics»,
ein Medley aus bekannten Musicals
der Gershwin-Brüder. Auch das zweite
Stück bewegte sich zeitlich im gleichen
Abschnitt, war musikalisch aber
einiges frecher und wilder. Die vorwitzigen
Holzbläser und Flöten unterstrichen
den aufmüpfigen Charakter
der Tanzmusik der «Roaring Twenties»
hervorragend.
Das Stück «In Autumn Skies», ein
eher untypischer Marsch, bestritt die
Jugendmusik dann alleine. Unter der
souveränen Leitung von Martin
Schiesser zeigte sie sich in guter Verfassung,
spielte kraftvoll und kompakt.
Posaunen, Hörner und Saxofone
sorgten zusammen mit der Rhythmussektion
für einen dichten, harmonischen
Teppich, auf dem die Trompeten
ihre Lead-Melodien entfalten
konnten. Das Programm war dem Alter
der Musikanten entsprechend ein
jugendliches und frisches. Stellvertretend
hierfür stand «Wind and
Fire», das nicht gerade Blasmusik in
seiner ursprünglichsten Art war, ent-
hielt es doch zahlreiche Elemente der
Rock- und Popmusik.
Groovige Big Band
Ebenfalls eher Ungewöhnliches ereignete
sich bei «El Bimbo». Schiesser
holte dazu seinen zweijährigen
Sohn auf die Bretter, die die Welt bedeuten.
Der liess sich von den vielen
Augen, die auf ihm ruhten, nicht beeindrucken.
Vielmehr eiferte er seinem
Vater nach und schwang eifrig
den Taktstock, wenn auch noch nicht
sehr koordiniert. Die Sympathien
hatte er aber auf jeden Fall auf seiner
Seite.
Nach der Pause änderten sich die
Klänge dann hörbar. Die Harmonien
wurden schräger, die Einwürfe spitzer,
der Sound beschwingter: Die Big
Band, bestehend aus vielen ehemali-
gen Jugendmusik-Mitgliedern, betrat
die Bühne. Sie präsentierte frischen
Swing mit «Heart and Soul» oder
auch eher laid-back Gespieltes wie
«Easy Money» aus der Feder von
Benny Carter. Dazu gab es viel «Happy
Sound» im Stil von Van Morrisons
«Brown Eyed Girl» und treibend-rockige
Stücke wie «Takin' Care of Business».
Die Band als Gesamtes sowie
die Solisten aus sämtlichen Sektionen
vermochten es, das Publikum mit
groovigen Tönen zum Mitklatschen
zu bewegen. |